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E-Scooter sollen 2019 für den Straßenverkehr zugelassen werden

Tretroller mit Elektromotoren, auch E-Scooter bzw Kick-Scooter sollen für den Straßenverkehr zugelassen werden. Dafür wird die neue Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen (PLEVs) am Straßenverkehr schon Anfang 2019 in Kraft treten. 

 

Bislang waren die kleinen Elektroroller ab 6 km/h nicht auf Deutschlands Straßen erlaubt, sondern nur auf privatem Gelände. Jetzt soll das die anstehende offizielle Betriebserlaubnis ändern. Nach Angaben des Verkehrsministeriums schon „Ende 2018 oder spätestens Anfang 2019“. 

 

Für welche Fahrzeuge gelten die neuen Richtlinien

Gemeint sind Elektrokleinstfahrzeuge auch PLEV (Personal Light Electric Vehicles), wie E-Roller, E-Scooter, E-Kickboards, Hoverboards, E-Floater oder Microscooter, bzw. alles was rollt und durch einen Elektromotor angetrieben wird. E-Roller werden allgemein Motorroller mit Chassis genannt, E-Scooter bzw. E-Floater oder Microscooter sind diejenigen mit Lenkstange und Hoverboards oder E-Kickboards sind elektrisch betriebene Rollbretter ohne Lenkstange.

E-Scooter und Microscooter

Nach dem Straßenverkehrsgesetz müssen bereits alle Elektrofahrzeuge ab 6 km/h zugelassen werden. Ab 25 km/h braucht man neben der Zulassung, auch eine Versicherung und muss einen Helm tragen. Alle Fahrzeuge, die dem nicht entsprechen, zum Beispiel E-Scooter die mit Motoren ausgestattet sind, die diese Höchstgeschwindigkeit überschreiten dürfen nur auf privatem Gelände genutzt werden. 

Aktuell aber düsen schon jede Menge PLEV’s durch den Verkehr, die nicht zugelassen sind. Die kleinen E-Scooter erfreuen sich bereits großer Beliebtheit. Ein weltweiter urbaner Trend ist entstanden. Beliebt sind die Roller vor allem in den Großstädten für kleinere Distanzen, zum Beispiel von der Wohnung zur Bahn- oder Bushaltestelle oder von dort zum Büro oder zur Verabredung. Es gibt faltbare Modelle, die leicht sind (z.B. nur 7 Kg) und einfach in den öffentlichen Verkehrsmitteln mitgeführt werden können, beziehungsweise prima unterm Schreibtisch Platz finden. In den USA, aber auch in Paris oder Wien verbreiten Sharing-Companies, die kleinen Roller zum ausleihen. Unternehmen wie Uber, My Taxi und andere starten bereits im europäischen Markt. Das österreichische Startup Tier Mobility, das bereits Roller in Wien ausleiht, hat sich gerade eine 25 Mio. Finanzierung gesichert, auch um in Deutschland zu expandieren. E-Scooter Hersteller wie Egret oder SXT-Scooter beliefern bereits den deutschen Markt. 

Um für Ordnung und Sicherheit im deutschen Straßenverkehr zu sorgen wurde jetzt das Regelwerk verfasst, das 2019 in Kraft treten soll.

Folgende Regeln sollen für E-Scooter in Deutschland gelten:

  • E-Scooter dürfen max. 20 km/h fahren.
  • Der Radweg ist vorgeschrieben, der Gehweg verboten. Wenn kein Radweg da ist, muss man auf der Straße fahren.
  • Der E-Scooter muss mit zwei voneinander unabhängigen Bremsen, nach vorne und nach hinten zeigenden Blinker,  einem laut hörbaren Signal und einer Lenk- oder Haltestange ausgestattet sein.
  • Der Fahrer muss 15 Jahre alt sein sowie einen Mofa-Führerschein oder eine andere Fahrerlaubnis besitzen.
  • Für E-Scooter besteht Versicherungpflicht (Versicherungsplakette wie Mofas und kleinen Motorroller).
  • Eine Helmpflicht gibt es vorerst für E-Scooter nicht

 

Kritik an den neuen Regeln

Inzwischen wird Kritik an den sehr umfangreichen technischen Vorschriften laut. Hersteller bemängeln, das nicht auch Scooter ohne Lenkstangen, zum Beispiel Hoverboards oder E-Skateboards zugelassen werden und das die strengen Vorgaben, besonders dem E-Scooter Markt den Wind aus den Segeln nehmen würde. 

Es geht aber auch um Sicherheit im Straßenverkehr. Die neuen Verkehrsteilnehmer dürfen nicht auf Gehwegen fahren, sondern müssen Radwege nutzen oder wenn diese nicht vorhanden sind auf Straßen ausweichen. Für den Verkehr auf Straßen müssen sie gerüstet sein, bzw. sicher genug sein. Schließlich nutzen Sie auch die selben Straßen wie Autos. Die Unfallgefahr auf schlecht ausgebauten Straßen und Radwegen ist erheblich.

Wer aber eine neue ökologische Verkehrswende wünscht, der wird diese nicht alleine durch übermäßige technische Regeln an E-Scooter erreichen, denn die größte Gefahr im Straßenverkehr geht ja auch jetzt schon für Radfahrer vom Autoverkehr aus. Die aktuelle Verkehrsinfrastruktur in den Städten bevorzugt noch immer Autos. Kommunen müssen daher dringend sichere Radwege ausbauen, die dann jede Art von alternativen Fahrzeugen unterstützt, also Fahrräder und E-Scooter.

Der TÜV begrüßt die neue Regelung einerseits, bemängelt aber andererseits die geforderte Versicherungspflicht. Der Grund ist, das die E-Scooter damit den Kraftfahrzeugen gleichgestellt werden und nicht im öffentlichen Personennahverkehr erlaubt sind. Aber gerade die Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln ist Bestandteil des neuen alternativen Verkehrskonzepts. Auch der Bundesverband eMobilität BEM hält die neuen technischen Regelungen für zu weitreichend.

Aktuell gehen wegen der Unsicherheiten, welche der Vorgaben auch tatsächlich umgesetzt werden die Verkaufszahlen für E-Scooter drastisch zurück. Viele Hersteller sitzen nun auf Lagerbeständen fest, besonders bei Modellen die Höchstgeschwindigkeiten von über 20 Km/h erreichen. Man befürchtet zudem, das durch das Regelwerk der Trend hin zu einer ökologischen Verkehrswende verhindert wird, die besonders die Luftverschmutzung durch den Innenstadtverkehr mindern könnte. 

 

Mehr Infos zu aktuellen E-Scooter Modellen.



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