Elektro Motocross & Elektro Enduro – Welche Modelle gibt es?

ktm elektromotorrad freeride

„e-Motocross oder Elektro Enduro? So etwas gibt es?“ Ja, das tut es. Nach den E-Rollern kamen langsam aber sicher E Motorräder auf den Markt und jetzt existieren tatsächlich auch Elektro Motocross Maschinen. Wir informieren Euch über Modelle, Technik und aktuelle Angebote zum Kauf.

Die besten Elektro Enduros & Crosser im Vergleich

Wir stellen euch die Hipster auf dem Elektromarkt in  Sachen Enduro oder Cross vor. Solche, die es schon zu kaufen gibt und die die noch kommen.

Die Enduro Tinbot Esum Pro - Unser Testsieger

tinbot essum pro elektro Enduro
© Tinbot Elektro Enduro Essum Pro

Die Enduro Tinbot Essum Pro hat einen Elektromotor, der bis zu 11.000 Watt bringt. In der Stadt kommt sie auf 130 Kilometer Reichweite, wenn sie mit 45 km/h fährt. Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h reduziert sich die Reichweite schon auf 75 Kilometer. Im Gelände wird die Strecke noch kürzer. Immerhin gibt es aber eine abstimmbare Mono-Stoßdämpfer-Hinterradaufhängung wie auch eine Offroad-Bereifung bei der Enduro. So bietet sich das Bike für abenteuerliche und wendige Tagestouren an, während der Fahrer das Elektro Motocross Bike stets unter Kontrolle hat.

Das Horwin Ranger Elektro Cross Motorrad

Horwin Ranger e Cross Motorrad bis 45 km/h
© Horwin Elektro Enduro Ranger

Die Horwin Ranger ist ein E Cross Motorrad aus Österreich. Es fährt zwar nur bis 45 Km/h und kann daher auch mit dem B196 Führerschein gefahren werden, aber verfügt über einen anzugsstarken Elektromotor bis 3800 Watt Leistung. Es ist mit Crossreifen und hydraulischen Stossdämpfer ausgestattet. Alles mit Straßenzulassung, also auch für die Straße geeignet. Der Führerschein für ein E Cross Motorrad richtet sich nach der Höchstgeschaindigkeit bzw. Leistung. Für die Horwin bis 45 Km/h braucht Ihr entweder einen Leichtkraftrad Schein oder einen Autofüherschein. Den Crosshelm müsst Ihr tragen.

KTM Freeride - Die Vollcross Elektro Enduro

ktm elektromotorrad freeride
© KTM Elektro Cross Motorrad Freeride

Das Elektro Motorrad Enduro von KTM heißt Freeride E-XC und ist eine geländegängige Maschine mit Straßenzulassung. Die Reichweite reicht leider nur für 1,5 Stunden Fahrspaß. Der Elektromotor verfügt aber über vergleichsweise starke 18 kW, also 24,5 PS. Das E Cross Motorrad KTM ist ideal für Hobbycrosser und auch Offroad Profis.

Husquarna E Cross

Husquarna E Motorrad
© Husquarna Elektro Cross

Natürlich will Husquarna, die Spitzenmarke unter den Enduros auch eine Crossversion auf den Markt gebracht. 2022 soll das E Cross Motorrad als Serienmodell auf den deutschen Markt kommen. Und sogar mit einem Wechselakku.

Macht eine e-Motocross überhaupt Sinn?

Ob ein Elektro Motocross die Herzen der Rennfahrer erobern kann, ist fraglich. Schaut man auf das berühmt berüchtigte Rennen auf der Isle of Man, wurde die Elektro Motocross Klasse vorerst aus dem Programm gestrichen. Das lag an der geringen Hersteller-Beteiligung und den mangelhaften Fahrerzahlen. Zu Hochzeiten waren es gerade mal zehn, am Schluss nur noch sieben Fahrer. Aber neben dem Motocross Fahren gibt es ja auch noch den Endurosport.

Die Vor- und Nachteile bei Elektro Enduros

Ob Elektro Motocross oder Enduro, eins haben die beiden Fahrzeuge gemeinsam: Sie sind im Vergleich zu Verbrennermotoren sehr geräuscharm und es gibt weniger Verschleißteile. Das geringe Gewicht macht sich beim Cruisen positiv bemerkbar und der hohe Drehmoment ist ebenfalls ein Kaufargument. 

Wer ständig Vollgas gibt, muss nämlich wesentlich früher an die Steckdose, als man sich von der vom Hersteller angegebenen Reichweite erhofft. Dieser beruft sich nämlich oft auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 km/h. Das ist zum Teil weniger als die Hälfte der Maximalgeschwindigkeit, die man mit so einer Elektro Motocross Maschine im besten Fall fahren kann. Es werden wohl noch einige Jahre ins Land ziehen, bevor der Akku der Elektro Motocross Fahrzeuge an eine vergleichbare Reichweite mit den Benzinern herankommt.

Elektro Motocross - Top oder Flop?

Auch wenn die Fahrzeuge noch nicht alle Wünsche erfüllen: Alles in allem macht es trotzdem Laune, mit Elektro Motocross Bikes unterwegs zu sein. Man darf gespannt sein, was die Zukunft in dem Bereich so bringt.

Elektro Enduro & E Cross kaufen - Unsere Tipps

Straßenzulassung, Versicherung und Führerschein

Worauf muss man beim Kauf einer Elektro Enduro bzw. eines E Cross Motorrad achten? Zunächst einmal für was das Fahrzeug geeignet sein soll. Wollt Ihr ausschließlich im Gelände, also offroad fahren oder auch auf öffentlichen Straßen. Für letzteres braucht das Motorrad oder auch Moped bzw. Leichtkraftrad eine Straßenzulassung, eine Versicherung und Ihr den entsprechenden Führerschein. das gilt für Erwachsene und aber auch für Kinder. Bei letzteren ist die Möglichkeit einen bestimmten Führerschein auch vom Alter abhängig. Für das Gelände, auch Privatgelände braucht das Modell keine ABE, also Allgemeine Betriebserlaubnis. Wenn diese für das Fahren auf öffentlichen Wegen notwendig ist, so wird von den Fahrzeuganbietern ausgewiesen, ob es eine ABE zum Modell gibt, mit dem Ihr euer Gefährt auch anmelden könnt.

Gewicht, Sitzhöhe und längere Federbeine

Wollt Ihr ein Fahrzeug für euere Kinder oder für Euch? Da spielen dann die gleichen technischen Parameter eine Rolle. Das ist zunächst Gewicht oder Sitzhöhe. Es gibt Kindermodelle, die nur 25 Kg auf die Waage bringen und leicht zu händeln sind. Auch die Modelle für Erwachsene sind leichter, als sonstige Tourenmaschinen. Die  Horwin wiegt zum Beispiel nur ca. 120 Kg. Die Sitzhöhe von Geländemaschinen ist grundsätzlich wegen der längeren Federbeinen höher als bei Tourenmotorrädern oder den E Choppern. Das solltet Ihr nicht unterschätzen. Erkundigt euch genau, wie hoch die Sitzhöhe ist und ob Ihr da noch mit beiden Füßen im Halt Tritt findet. Bei der Tinbot Essum Pro beträgt die Sitzhöhe schon 855 mm. Das ist leider nichts für kurze Beine. 

Höchstgeschwindigkeit und Motorleistung

Die Höchstgeschwindigkeit einer E Cross oder Elektro Enduro sollte eurer Führerscheinklasse entsprechen. Braucht man einen Mopedführerschein, A1 oder B Führerschein. Modelle bis 45 Km/h lassen sich schon mit einem Autoführerschein fahren und die bis 11 PS mit der neuen B196 Fahrerlaubnis.

Ein weiterer Parameter ist die Motorleistung des Elektromotors. Diese ergibt aus der maximalen Leistung und Drehmoment in der Beschleunigung. Es gibt Motoren mit 11 Kw, das sind ca. 15 Ps, die einen Drehmoment von 4000 U/M (Umdrehungen pro Minute) bieten und welche die mit 5 Kw, also 6 Ps auch und sogar 5000 U/M umsetzen. 

Akku, Reichweite und Ladezeit bei Elektro Enduros

Natürlich ist die Reichweite bei Elektro Enduros im vergleich zu Verbrennern noch etwas reduziert. Aber  wir stehen mit den aktuellen elektrischen Modellen längst nicht da, wo wir vor 2 Jahren noch standen. Eine Tinbot Essum Pro zum Beispiel kann schon bis zu 120 Km erreichen. Auch in der Standard Version sind 75 Km Reichweite schon cool. Es kommt halt darauf an wofür man die Maschine braucht. Und Enduros sind ohnehin keine Tourer. Und wenn man seinen elektrischen Fahrspaß hat, dann ist dieser eben auch nicht so teuer und klimaschädlich wie bei einem Verbrennungsmotor. Die Tinbot ist nach nur 2,5 Stunden wieder zu 95% aufgeladen und schon kann es weitergehen. 

Wichtig bei der Kaufentscheidung sollte aber nicht nur die Akkuleistung und damit der zu erreichende Radius sein, sondern das Akkusystem. Die Lithium Ionen Akkus werden bei manchen Modellen fest verbaut und sind bei anderen herausnehmbar. Letztere Wechselakkuss lassen sich eventuell einfacher aufladen. Es gibt Modelle wie das der Tinbot Enduro, die sogar Pletz für einen zweiten Akku bieten, um die Reichweite zu erhöhen. Die Ladung erfolgt über das Ladegerät bzw. Ladekabel, das einfach an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose (Schukostecker) geladen werden kann. Ihr braucht also an keine sogenannte Wallbox Ladestation. Für diese müsstet Ihr euch ein Adapterkabel besorgen.

Fahrmodus und Kraftübertragung

Die Kraftübertragung bei einem Elektro Motorrad erfolgt kupplungsfrei. Der Fahrer legt keinen Gang ein und schaltet das Getriebe sondern betätigt den Gasgriff in der Art einer Motorautomatik. Dabei schaltet die Leistung in mehreren Stufen hoch. Diese ist nicht zu verwechseln mit den verschiedenen Fahrmodi. Bei diesen handelt es sich um einen vom Fahrer gewünschten Fahrmodus in zum Beispiel Eco, Drive oder Sport. In den verschiedenen Modis verändert sich die Leistung und entsprechend auch der Stromverbrauch. Diese wirkt sich dann wiederum auch auf die Reichweite aus. Im Sport Modus fährt man schnell und kraftvoll, aber kommt nicht weit. Im Eco Modus, wenn es zum beispiel nicht bergauf geht und erhält eine größere Reichweite.

Federweg, Stoßdämpfer, Bremsen und Crossbereifung

Die Stoßdämpfer bzw. Federung sind das charakteristischste Merkmal bei einer Cross bzw. Enduro Maschine. An der Vorderradgabel befinden sich längere Stoßdämpfer, also Federbeine und aufgrund des längeren Federwegs ein größerer Abstand zwischen Reifen und Schutzblech. Einen Unterschied kann es in der Federung des Hinterrades geben. Hier unterscheidet man zwischen Modellen mit zwei Stoßdämpfern und einer Mono Federung. Die Federung kann entweder eine Luftfederung über Gasdruck sein oder rein mechanisch. Erstere ist besser. 

Gute Enduros sind mit Scheibenbremsen ausgestattet, die meist hydraulisch gesteuert werden. Ein Mehr-Phasen-Controller mit regenerativem Bremssystem unterstützt die Bremsanlage. Die Tinbot hat zum Beispiel ein  CBS (Combined Brake System, das bei treten der Fußbremse auch die Vorderradbremse mit auslöst. 

Crossreifen sind Standadrd bei E Crossern und Elektro Enduros. Mozocrossreifen oder sogenannte Stollenreifeen sind für unterschiedliche Untergründe konzipiert. Es gibt reine Crossreifen, die nur für das Gelände gemacht sind und keine Straßenzulassung haben und auch Offroad-Reifen, mit denen man auch auf Straßen fahren kann. Wichtig ist, das Ihr maximalen Gripp auf jedem Untergrund habt.

Traglast und Beifahrer

Bei der Traglast einer Elektroenduro geht es nicht um das eigentliche Gewicht, sondern um das zulässige Gesamtgewicht. Also was das Fahrzeug mit Fahrergewicht, Taschen und einem eventuellen Beifahrer / in aufnehmen kann. Das ist in Kombination zum Fahrgestell austariert. Die meisten Elektroenduros und besonders Cross Motorräder sind nur für eine Person zugelassen. Die KTM Freeride oder die Husquarna darf nur mit einer Person fahren und die Horwin Ranger oder die Tinbot Enduro ist auch für Beifahrer zugelassen. Entsprechend sind diese Fahrzeuge auch für das  entsprechende Gesamtgewicht zugelassen und mit Fußrasten für Beifahrer ausgestattet. Achtet drauf, nicht jede E-Enduro ist für 2 Personen zugelassen. nachrüsten ist nicht einfach nur eine Fußraste dranschrauben, weil die Maschine auch in der ABE für 2 Personen zugelassen sein muss.




Elektro Cross & Enduro – FAQ

Was ist der Unterschied zwischen E Enduro und Cross?

Von der Ausstattung her sind beide Fahrzeuge ähnlich: Lange Stoßdämpfer, hohe Schutzbleche und natürlich Crossbereifung. Oftmals haben Crossmotorräder keine Straßenzulassung, weil sie nur für das Gelände für Crosstraining gemacht sind

Gibt es E Cross Motorräder auch für Kinder?

Inzwischen gibt es sogenannte Actionsbikes auch als Cross Modell für Kinder. Die kleinen E Crosser sind mit einem kleinen Elektromotor zwischen 350 und 500 Watt ausgestattet und wiegen um die 25 Kg. Die Kinder Enduros sind schon für 500 Euro zu haben.

Haben die Elektro Cross Motorräder eine Straßenzulassung?

Die Elektro Enduros von Horwin, KTM oder Tinbot haben auch als Enduro eine Straßenzulassung. Sie müssen natürlich angemeldet werden und versichert?

Muss man eine Cross Enduro auch versichern?

Ein E Cross muss versichert und angemeldet werden, wenn man es im öffentlichen Straßenverkehr fahren will. Auf dem Privatgelände ist das nicht nötig.

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