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Luft oder Vollgummi – Welchen Reifen sollte ich wählen?

Wer sich einen E-Scooter zulegen will, sollte sich nicht nur über die Reichweite und die Geschwindigkeit Gedanken machen, sondern auch über den Fahrkomfort. Der kann den Fahrspaß nämlich erheblich erhöhen oder dementsprechend verringern. Doch wie erreicht man den besten Komfort? Indem man auf die verbauten Räder achtet. Sie spielen auch bei der Sicherheit eine Rolle.

epowerfun epf-1 pro reifen
Luftkammerreifen des ePowerFun

Bei den meisten Elektrorollern sind entweder Vollgummireifen verbaut oder Luftreifen, die mit oder ohne Schlauch daherkommen. Alternativ gibt es noch Crossreifen. Solche Reifenprofile eignen sich besonders für unebenen Untergrund. Die Vorteile bei einem Vollgummireifen sind nicht gerade gering.

So weiß man seit dem 19. Jahrhundert, dass diese Art von Bereifung einen viermal höheren Rollwiderstand als ein Luftreifen besitzt. Ebenfalls typisch für Reifen aus Vollgummi ist die hohe Tragfähigkeit. Der größte Pluspunkt ist jedoch, dass Vollgummireifen im Gegensatz zu Luftreifen pannensicher sind. Leider haben sie eine schlechte Dämpfung. Fährt man über holprige Gassen, spürt man jeden Stein. Auch die Traktion ist hier geringer.

Es gibt es auch Vollgummireifen mit Löchern. Die werden Honeycomb-Reifen genannt. Die Hohlkammerreifen haben im Inneren eine wabenartige Struktur. Dadurch kann der Gummireifen während der Fahrt etwas nachgeben, federt also besser. Man muss sie nicht aufpumpen, da auch sie schlauchlos sind.

Luftreifen federn hingegen grundsätzlich gut ab, da der Reifen aus einem fasrigen Gewebe besteht, das mit Gummi verklebt und ummantelt ist. Die im Schlauch enthaltene Luft steht unter Druck und ist so in der Lage, Stöße auf der Fahrbahn abzumildern. In Punkto Reifenfederung sind Luftreifen also wesentlich angenehmer. Das trägt auch zu einem stabilen und sicheren Fahren bei.

Es gibt auch Luftreifen ohne Schlauch. Im Fachjargon unter dem Begriff Tubeless Reifen bekannt. Sie bestehen nur aus einem Mantel, was den Rollwiderstand im Gegensatz zu Schlauchreifen reduziert. Auch das Gesamtgewicht wird verringert. 

Im Endeffekt sind die schlauchlosen Luftreifen fast so pannensicherer wie Vollgummireifen. Denn bei Luftreifen mit Schlauch kann bereits eine Glasscherbe auf der Fahrbahn dafür sorgen, dass ein neuer Schlauch oder Reifen besorgt werden muss. Zwar lassen sich Luftreifen selbst reparieren, aber ständig einen Platten zu haben geht ins Geld und macht nicht wirklich Laune.

4 Kommentare zu „Luft oder Vollgummi – Welchen Reifen sollte ich wählen?“

  1. Ich fahre seit einem halben Jahr einen EPF 1 Pro (die schnellere AT-Version: 25km/h). Mittlerweile habe ich 1100 km hinter mir. (Anmerkung der Redaktion: Das Modell ist in Deutschland garnicht zugelassen!)
    Sehr guter Scooter (Reichweite, Elektronik (ja vor allem die ist genial), extrem leiser Motor im Vergleich, Top-Beleuchtung, Ersatzteile in DE bestellbar) – bis auf die Luftammer-Gummireifen (Wabenreifen), die nahezu genauso hart (sic!) wie Vollgummireifen sind. Geht mit der Zeit auf die Knie! Und wie!
    Ich fuhr deshalb lange auf den Ballen stehend und mit leicht gebeugten Knien. Dann geht es mit den Kniegelenken. Ist jedoch mühsam ab 4+ km Fahrt in einem Stück. Vor kurzem habe ich deshalb „umgebaut“ auf Luftreifen!
    Und nie, ja niemals wieder würde ich jemals mit Wabenkammerreifen fahren. Die Nachteile wiegen wesentlich schwerer als der Vorteil der Pannensicherheit!
    Der Umbau war allerdings schwieriger als gedacht. Hinten hat die Felge nicht einmal ein Loch für ein Ventil; ergo neue Felge, Reifen und Schlauch eingebaut. Vorne ist zwar in der Felge ein Loch für ein Ventil, doch keines in der dichten Abdeckung des Motors vorgesehen – außerdem sorgt der Schraubenkleber für „einmal ausbauen, und nie wieder einbauen!“
    Ergo Felge mit Nedymmagneten von anderem Hersteller eingebaut samt Kappen für Abkapselung des Antriebs (leider muss man den ganzen Motor um € 140.- kaufen). Nur der 480W/440W (Dauerleistung) Motor (innen) bleibt, denn der ist ein tolles Teil. Rest ist neu! Slime in den Schlauch der Reifen füllen inklusive.
    ERGEBNIS:
    Leistungsverlust von 15-20% (ich nehme an, das in den Magneten weiger Neodym steckt, da Durchmesser (auf den 1/10 mm genau) und Neodym-Magnetenanzahl optisch gleich sind! Ist mir jedoch letztendlich egal, da der Scooter nun wesentlich angenehmer (v.a. auch schmerzfrei auf Dauer) zu fahren ist. Und er hat ja mehr Power als die meisten ungetunten Scooter mit seinen 480W.
    Unebenheiten werden nun von den Reifen geschluckt, und nicht von meinen Knien und den Bandscheiben, wie einige meiner Freunde auch klagten. Wir sind alle auf das Märchen von den tollen Wabenreifen hereingefallen … der Vorteil aus beiden Welten 🙁 … sehr lustig dieser Marketing Gag auf Kosten der Gesundheit (man merkt ja erst nach ein paar Monaten etwas – und je jünger desto später kommen erst die Schmerzen, aber die mechanische Abnutzung bleibt bis zu einem gewissen Grad auf Dauer bestehen).
    Ohne Umbaumöglichkeit hätte ich den EPF 1 Pro verkauft und mir einen Scooter mit Luftreifen zugelegt.

    1. Hi Rüdiger,
      Du hast nicht zufällig ne Anleitung und eine Teileliste dazu erstellt 🙂 . Ich habe meinen epf 1 pro erst n paar Tage aber leider den direkten Vergleich zu dem Scooter meiner Frau mit Luftreifen. Der Unterschied ist eklatant und ich würde auch lieber auf Luftreifen wechseln.

    2. Bei mir ist es anders herum. Nach drei Platten in fünf Monaten hatte ich kein bock mehr und hab Honeycomb eingebaut. Ist zwar etwas holpriger aber ich muss keine Angst mehr haben. Kommt auch drauf an wo man wohnt. In Berlin Kreuzberg oder Neukölln wo alle 200-300 Meter zersprungenes Glas auf dem Fahrradweg liegt ist eine Luftbereifung vlt. ein größeres Problem als woanders.

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